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Victim Blaming at its best. Schluss mit dem Übergriffigkeitsthema. Fokus auf den Blog.

18/01/2016

Victim Blaming - Sexuelle Belästigung durch MasseurMachen wir uns nichts vor. Als ich letztes Jahr im Februar mit klopfendem Herzen den „Veröffentlichen“ Button gedrückt habe, um meine sexuelle Übergriffigkeit während eines Hamam Treatments mit euch zu teilen, habe ich etwas losgetreten, ohne dass mir damals auch nur ansatzweise klar war, wohin das führen wird.

Mittlerweile weiss ich: Es ist vielen von euch auch passiert. Und ich weiss auch: Trotzdem redet kaum jemand darüber. Nachdem mir damals kurzzeitig die Besucherzahlen um die Ohren geflogen sind und ich wieder die Oberhand über mein Email-Postfach hatte, begann ich, verschiedene Interviews zu diesem Thema zu führen. Mit der Berliner Polizei, einer Frauenberatungsstelle und einem Spa Manager. Die eigens zu diesem Thema angelegte Subpage gehört mittlerweile jeden Monat zu den meistgeklicktesten Seiten des Blogs.

Beim SpaCamp im November 2015 habe ich es geschafft, das Thema erstmalig branchenintern auf den Tisch zu bringen. Und weil ich mir fest vorgenommen hatte, diese gerade mal frisch angeschubste Diskussion nicht abebben zu lassen, habe ich Ende Dezember einen Gastartikel für Edition F geschrieben. Noch bevor dieser Gastartikel veröffentlicht wurde, ereigneten sich die Silvesterübergriffigkeiten in Köln. Plötzlich war das Thema omnipräsent und wurde von jedem ganz individuell für die eigenen Zwecke benutzt.

Dennoch wollte ich weiter offensiv mit der Thematik umgehen. Als ich auf Facebook die Email-Anfrage für eine Penismassage mit euch geteilt habe, die ich im Postfach hatte, wurde mir zum wiederholten Mal eine unentspannte Sexualität unterstellt. Es ist by the way nicht das erste Mal gewesen, dass der Fehler bei mir gesucht wird. „Das ist Dir nicht ohne Grund passiert. Schau‘ mal auf Deine eigene Sexualität.“ Victim Blaming at its best. Auf den Täter schaut interessanterweise nie jemand.

Ich hatte bisher mindestens 100 Treatments, bei denen alles super war. Dann gerate ich einmalig an ein Arschloch, das die Grenze überschreitet und ich soll mir mal anschauen, was mit MIR nicht stimmt? Ich meine…seriously? Diese verschwurbelte Eso-Scheiße wurde im Übrigen ausnahmslos von Frauen an mich herangetragen. Warum auch Frauen sich in solchen Situationen noch auf die Seite der Täter stellen und nicht kollektiv an einem Strang ziehen, ist ein weiteres Phänomen, das ich einfach nicht zu begreifen imstande bin.

Vergangenen Freitag hat die Huffington Post dann meinen Artikel vom letzten Februar zweitveröffentlicht. Ich war am Nachmittag mit einem Freund unterwegs und offline. Als ich am Abend die Kommentare sowohl auf der Facebookpage der Huffington Post Deutschland, als auch unter dem Artikel selbst las, war mir augenblicklich kotzübel. Ich wurde umgehend in diesen tauben Zustand zurückkatapultiert, in dem ich mich unmittelbar nach dem Übergriff befand. Mein Mund war staubtrocken. Mein Herz klopfte bis zum Hals.

Ich habe daraufhin einige der Kommentare gescreenshottet und auf Twitter geteilt. Wenn ihr ein bisschen scrollt, könnt ihr sie überfliegen. Es gibt eine Frage, die mir seit Freitag Abend einfach nicht mehr aus dem Kopf will und diese Frage lautet: WHAT THE FUCK?

Am Samstag Morgen habe ich mich zusammengerissen und wie jeden Samstag den Newsletter in Videoform veröffentlicht. Zu den Kommentaren vom Freitag möchte ich mich an dieser Stelle gar nicht weiter äußern. Dass allerdings niemand auf die Hashtags auf Twitter reagiert hat, macht mich zutiefst betroffen. Plötzlich gehen die Feministinnen in Deckung. Stattdessen erreichten mich auch am vergangenen Wochenende wieder Emails von betroffenen Frauen.

Ich fühlte und fühle mich angeschlagen, alleingelassen und überfordert. Aus diesem Grund habe ich für mich die Entscheidung getroffen, mich nicht länger öffentlich so angreifbar zu machen und die Schusslinie zu verlassen. Das hat zur Folge, dass ich die Übergriffigkeits-Thematik von nun an nicht mehr auf dem Blog behandeln werde. Betroffene Frauen können sich selbstverständlich auch weiterhin jederzeit an mich wenden! Auch die Subpage bleibt bestehen. Öffentlich werde ich mich diesbezüglich jedoch nicht mehr äußern. Ich muss mir an diesem Punkt eingestehen, dass ich es alleine nicht schaffe. Wenn selbst die Hashtag-Feministinnen auf Twitter wegschauen und auch die Branche sich für so eine Sauerei wie am Freitag nicht weiter interessiert, ist es mir als Einzelperson unmöglich, hier auch nur einen Schritt voranzukommen.

Ich denke über eine bloginterne Zertifizierung nach, um eine größere Sicherheit für den Endverbraucher zu gewährleisten. Sowas würde aber (wenn überhaupt) mehr im Hintergrund ablaufen. Für Interviews, Gastartikel oder Vorträge zu diesem Thema stehe ich zukünftig nicht mehr zur Verfügung.

Ich muss zugeben, dass diese verfickte Zweitveröffentlichung mich ausgeknockt hat. Ich fühle mich noch immer taumelig. Es tut mir unendlich leid für alle betroffenen Frauen da draußen, die sich mir anvertraut haben. Ich bin vielleicht ein bisschen zu naiv an die Sache rangegangen. Ich hoffe, ihr versteht, dass ich auf mich aufpassen muss und respektiert aus diesem Grund meine Entscheidung.

Jenny

18 Kommentare

Kommentar von Carolin am 18/01/2016 bei 11:04   

Hallo Jenny, ich habe die Kommentare bei Twitter etc. nicht gelesen, kann mir aber vorstellen, wie sie lauten. Ich war nach deinem Newsletter entsetzt, dass es tatsächlich Menschen, Frauen!, gibt, die die Täter in Schutz nehmen und den Fehler bei den Opfern suchen! Mädels, merkt ihr was?! Mehr will ich dazu gar nicht mehr sagen. Nur so viel, ich finde es toll und mutig, dass du dich damals dieses hässlichen Themas angenommen hast und ich kann deinen Entschluss, es nicht mehr öffentlich zu behandeln, sehr gut nachvollziehen. Ich wünsche dir, dass dieses dumpfe Gefühl ganz schnell nachlässt. Du hast dir null Komma null vorzuwerfen und die anderen Frauen, denen sowas passiert ist natürlich auch nicht! Alles Liebe, Carolin

Kommentar von I LOVE SPA am 18/01/2016 bei 11:06   

Danke Dir!

Kommentar von Isa am 18/01/2016 bei 11:48   

Liebe Jenny, mir läuft die Suppe übers Gesicht. Obwohl wir uns nur über Social Media kennen, bin ich gerührt, traurig, aber auch unheimlich stolz auf dich. Nicht jeder ist in der Lage so offen und ehrlich mit solch brutal-intimen Themen an die Öffentlichkeit zu treten. Du hast damit mehr erreicht, als dir vermtulich bewusst sein mag. Dass du nun den Entschluss gefasst hast, dich öffentlich davon abzugrenzen steht dir mehr als zu und unterstütze ich mit vollem Herzen, denn nichts ist wichtiger als dein eigenes Wohl. Wir stehen hinter dir (behaupte ich einfach mal ganz dreist von der restlichen Leserschaft). Erhole dich gut und lass das Einhorn stets Richtung Himmel strahlen.

Kommentar von I LOVE SPA am 18/01/2016 bei 11:52   

Ihr seid alle so großartig. Ich danke Dir von Herzen und an dieser Stelle auch all' meinen anderen Leserinnen und Lesern, die mir gerade die umwerfendsten Nachrichten zukommen lassen. Danke!

Kommentar von Ela am 18/01/2016 bei 13:13   

Liebe Jenny, nimm dir die Zeit für dich, die du brauchst, um diesen miesen Scheiss zu verarbeiten. Nur weil du bloggst bzw. über ein Thema geschrieben hast, bist du noch lang nicht gezwungen, immer zu diesem schwierigen Thema zur Verfügung zu stehen. Mainstream-Medien ziehen Idiotenkommentare leider massivst an. Traurig, aber ich glaube man muss einfach die Kommentare in extrem reichweitenstarken Medien an einem gewissen Punkt ignorieren, für sein eigenes Seelenheil. Wie doof manche Menschen sind und wie andere Menschen, die eigentlich für ein Thema brennen, plötzlich weggucken und zu müde zum Diskutieren sind, das trifft einen schon bei weniger persönlichen Themen hart. Bei so einem Thema, das dich persönlich extrem betrifft und wo du öffentlich so stark angegriffen wirst, ist das nahezu unmöglich, das ist mir bewusst - deinen Schritt, erstmal Abstand vom Thema zu nehmen, kann ich deshalb sehr gut nachvollziehen.... Man will ja nicht weggucken und sexistischen/rassistischen/etc. Scheiss stehen lassen - aber keiner kann verlangen, dass DU allein dagegen stehst. Das kann und sollte kein Mensch leisten (müssen). Ich wünsch dir alles Gute! Liebe Grüße, Ela

Kommentar von I LOVE SPA am 18/01/2016 bei 13:20   

Tausend Dank! Ich durfte mir in den vergangenen Tagen auch häufiger anhören, dass ich selbst schuld bin an den Kommentaren, weil es das falsche Medium war. Und ich denk' mir so: Liebe Leute, wollen wir vielleicht mal anfangen, anstelle von mir diese Kommentare zu verurteilen? Als wäre das bei Spiegel Online anders gelaufen...

Kommentar von Anita am 18/01/2016 bei 13:40   

Liebe Jenny, ich habe schon vor einem Jahr Deinen Mut bei der Veröffentlichung bewundert und möchte Dir danke sagen, dass Du Deine Geschichte veröffentlicht hast. DANKE! Ja, es ist unglaublich und nach wie vor ein Armutszeugnis für unser Land, dass wir Frauen noch immer zu oft so erzogen werden, dass wir in solchen Situationen erstarren, und das Männer nach wie vor so erzogen werden, dass es ihnen gesellschaftlich erlaubt wird, so zu handeln UND viele die es nicht machen, trotzdem so ignorant sind und nicht akzeptieren können, dass uns Frauen sexuelle Gewalt passiert. Von Herzen alles Gute und viele positiven Energien! Anita

Kommentar von Petra am 18/01/2016 bei 14:08   

Auch ich habe die Kommentare auf FB und Twitter (noch) nicht gelesen, werde das aber nachholen. Leider kann ich mir vorstellen, was dort abgeht, dazu fällt mir nur ein berühmter Satz von Max Liebermann ein, der fressen und kotzen enthält. Das Klima wird nicht besser, im Gegenteil, es wird rauer. Wenn eine Frau heute nicht eindeutig und am besten mit Zeugen nachweisen kann, dass sie vergewaltigt wurde und der Täter am besten noch gesteht, sollte sie es tunlichst unterlassen den Täter anzuzeigen. Wird er - auch wenn nur aus Mangel an Beweisen - frei gesprochen, muss sie damit rechnen, ihrerseits verklagt zu werden. Glauben wird man ihr vermutlich nur, wenn sie weiß und er schwarz ist oder wenigstens arabisch aussieht. Ein übergriffiges Arschloch ist ein übergriffiges Arschloch, völlig egal wo er/sie/es herkommt. Ich bin jetzt 50 Jahre und kenne eigentlich keine Frau, die noch nie mit verbalen oder tätlichen Übergriffen gegen ihre sexuelle Selbstbestimmung konfrontiert wurde, ich war übrigens 11 oder 12 als mir mittags in der Innenstadt an einer vollen Bushaltestelle ein Mann von hinten in den Schritt gepackt hat als ich meinen Schülerausweis aus dem Ranzen geholt habe, Er hat laut gelacht, einige haben gegrinst, niemand hat mir zur Seite gestanden, nicht einmal ältere Frauen. Monatelang bin ich mehrere Haltestellen zu Fuß gelaufen, weil ich mich entsetzlich geschämt und geekelt habe. Das habe ich übrigens bisher noch nie erzählt, es war nicht der letzte Übergriff, aber doch der, der mich am meisten erschüttert, bis heute. Deinen Rückzug kann ich gut verstehen, man fühlt sich eh schon beschmutzt und dann wird man nochmal mit dem Gesicht in die Jauch gedrückt. Dabei gilt Nachtreten auf am Boden liegende bei jeder Schulhofschlägerei als ehrlos... Und übrigens, auf Spiegel-Online ist sexuelle Belästigung im Job heute Thema.

Kommentar von I LOVE SPA am 18/01/2016 bei 14:52   

Danke Anita! Dieses Erstarren ist nicht durch die Erziehung bedingt, sondern ein sehr primitiv angelegter Reflex, der nicht willentlich beeinflussbar ist. Aber Kommentare wie Deiner zeigen mir nochmal, dass es nicht prinzipiell falsch war, überhaupt darüber zu schreiben. Danke!

Kommentar von I LOVE SPA am 18/01/2016 bei 14:59   

Liebe Petra, vielen Dank für Deinen Kommentar und auch für Deinen Mut, Dein eigenes Erlebnis hier erstmalig zu thematisieren. Ich denke, unter'm Strich helfen Statements wie Deines oder das von mir allen betroffenen Frauen, sich weniger schmutzig zu fühlen. Aber machen wir uns nichts vor - die Kommentare und die Leserschaft dieses Blogs ist nicht übertragbar auf die Gesamtbevölkerung da draussen. Wir kommunizieren hier in der I LOVE SPA-Bubble, die in den vergangenen 3,5 Jahren genau die Leserinnen und Leser angezogen hat, die zu meinem Content und meiner Haltung passen. Aber immerhin bietet genau diese Blase betroffenen Frauen den Raum zum Austausch. Vielleicht war es genau dafür gut :)

Kommentar von Lena am 18/01/2016 bei 16:49   

Google mal nach "Projekt Unbreakable" - da geht es genau um dein Thema. Es ist traurig. Die deutsche Vergewaltigungskultur haut mich ständig wieder um. Opferschutz Fehlanzeige, Victim Blaming von Frauenseite dafür umso öfter. Dieses "Stell dich nicht so an" ist eine Frechheit. Oder auch "Du hast das bestimmt misverstanden", sehr beliebtes Ding... Wenn man sich dann noch ansieht, wie viele angezeigte sexuelle Übergriffe in D verurteilt werden, wird einem auch kotzübel. Und ja, ich habe auch schon Erfahrungen in dieser Richtung gemacht, und kann nur sagen: Hut ab vor deinem Mut! Und es gibt noch soooo viel zu tun.

Kommentar von I LOVE SPA am 18/01/2016 bei 16:51   

Tausend Dank! Auch für den Hinweis zu "Projekt Unbreakable"!

Kommentar von Nicole am 18/01/2016 bei 16:57   

Liebe Jenny, du bist so mutig und engagiert mit dem Thema umgeganen, hast die Mißstände beim Namen genannt und eine Sensibilieserung für das Thema erreicht. Fakt ist, es gibt diese Übergriffigkeiten im Treatment Raum und diese sind oftmals so subtil, dass man sie nicht einordnen kann, geschweige denn, adäquat darauf reagieren kann. Deshalb finde ich es toll, wie du eine offene Diskussion in Gang gesetzt hast. Aber nach den zum Teil sehr böswilligen Kommentaren unter dem Huffington Post Artikel verstehe ich, warum du dich nun zurücknimmst. Du bist eine mutige Frau und hast viel in Bewegung gebracht. Lass dich nicht unterkriegen! Alles Liebe Nicole

Kommentar von I LOVE SPA am 18/01/2016 bei 16:59   

Danke Nicole! Eure Kommentare bewegen mich sehr. Danke.

Kommentar von Mona am 19/01/2016 bei 01:03   

Was da auf Twitter idrr sonst wo abging hab ich leider zu spät gemerkt. Bitte erlaubt mir das mal kurz ganz offen und mit eigenen Worten zu erläutern wie ich über das gerade gelesense denke. Was für eine dreckige Scheisse soll DAS denn bitte sein? Ich weiss ja leider nicht wie hoch der Anteil an völlig hirnamputierten Kommentartoren/innen ist, aber das ist mir bei so viel Verständnislosigkeit auch dann doch recht egal. Das Opfer soll sich Schämen!!!!? Sag mal hackt es bei denen!?! Ich persönlich empfinde deine Artikel zu dem Thema "sexuelle Übergriffe im Treatment bereicht", als ganz große Klasse. Ganz ehrlich. Ich frage mich da echt wer den da ins Hirn geschissen hat! Ich bitte un Entschuldigung für meine Verwendung von Fikalaprache, aber manchmal ist das eben nötig um auch etwas Dampf abzulassen. Sonst ist das ja nicht meine Art, hier zu mindest. ?

Kommentar von I LOVE SPA am 19/01/2016 bei 01:08   

Ich fürchte, die Kommentare unter dem zweitveröffentlichten Artikel sind exemplarisch für die Situation da draussen, ganz losgelöst vom Medium. Das wäre bei Spiegel online ebenso passiert. Hier oder bei Edition F halt nicht, weil so gut wie ausschliesslich Frauen mit einer bestimmten blogkonformen Haltung am Start sind, aber sobald man sich der Gesamtbevölkerung mit so einem Thema ausliefert, sind solche Kommentare höchstwahrscheinlich unvermeidbar ;(

Kommentar von Petra am 19/01/2016 bei 13:15   

Zwischenzeitlich habe ich bei der HuffPost und auf Twitter nachgelesen. Und ja, es ist beschämend, wie viele Menschen dort nur quergelesen haben und wie viele offenbar wirklich dämlich sind. Aber es gibt auch viele andere Kommentare die sich klar solidarisieren. Gleichwohl kann ich deine Reaktion nachvollziehen. ich habe mich auch mal auf der HuffPost-Seite umgesehen. Die veröffentlichen ja doch recht häufig stark polarisierende Artikel, für mich hat das ein bisschen was von Nachmittags-Talkshow. Viele nehmen das Format auch offensichtlich so ernst wie Reality-TV-Shows, zumindest lassen einige Kommentare darauf schließen. Und ich fürchte, nach zwei Wochen sind die Leute übersättigt, "jetzt muss auch mal gut sein". Dennoch, ich denke dass doch einige etwas sensibilisierter durch diese Diskussion geworden sind. Auch haben viele gemerkt, dass das eben kein Randgruppenproblem ist, sondern aus der Mitte der Gesellschaft; und auch, dass das für fast alle Frauen relevant ist, dass nahezu jede sich schon mal in einer für sie unangenehm und übergriffigen Situation befunden hat, eben auch die Mutter, Schwester, Tochter. Insofern vertraue ich darauf, dass es hier eine Zäsur gegeben hat.

Kommentar von I LOVE SPA am 19/01/2016 bei 14:04   

Das wäre sicherlich wünschenswert. Dennoch denke ich nach wie vor, dass die heftigen Kommentare nicht zwangsläufig an das Medium gekoppelt sind. Das wäre bei Spiegel Online und Zeit Online auch passiert (nur dass Zeit Online in solchen Fällen moderierend eingreift). Ich arbeite seit vielen Jahren in der 5* Hotellerie und habe dadurch bedingt beruflich schon eher mit reichen und gebildeten Menschen zu tun. Aber auch auf diesem Level passieren Übergriffigkeiten. Es ist leider keine Frage der sozialen Schicht ;(

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