Whirlpool Cinema Open Air

Whirlpool Cinema Open AirAls ich vor 4 Wochen angekündigt hatte, dass ich an der Premiere des Whirlpool Cinema Open Airs teilnehmen werde, hatte ich mir das irgendwie in Kombination mit einer sommerlichen Atmosphäre vorgestellt. In meinem Kopf ging der ganze Spaß mit einer annehmbaren Außentemperatur einher.

Und dann ist es plötzlich soweit und ich trage einen Wollschal und 3 Lagen Klamotten, als ich mich nach der Arbeit mit Tara am S-Bahnhof Friedrichstraße treffe. Aber Tara hat sich bisher noch immer als die perfekte Begleitung für Grenzerfahrungen herausgestellt. Bei ihr ist eine Erkältung im Anmarsch. Und die Außentemperatur liegt bei gerade mal 14°C. Ich könnte kein schlechteres Gewissen haben. Wir überlegen kurz, ob wir wirklich nach Friedrichshain fahren und beschliessen dann, dass wir der ganzen Sache eine Chance geben, aber umgehend aus dem Pool klettern werden, sobald wir frieren oder uns nicht mehr gut fühlen.

Nach unserer Ankunft stellen wir fest, dass bereits ein paar Wahnsinnige im Pool sitzen. Dabei ist es gerade mal 20Uhr. Der Film soll um 21Uhr beginnen und 2 Stunden dauern. Großer Respekt macht sich breit, gemischt mit einer ordentlichen Portion Skepsis. Die Leute im Pool tragen Wollmützen und wir fragen uns, ob es wohl klargeht, wenn wir unsere Wollschals zum Bikini tragen.

Whirlpool Cinema Open Air Berlin

Aber erstmal lassen wir uns dick eingepackt außerhalb der Pool Area nieder, bestellen was zu trinken und beobachten die Szenerie. 30 Whirlpools, abgedeckt und auf 40°C temperiert. Die Location ist ziemlich nett. Allerdings auch noch ziemlich neu. Es gibt bisher weder Umkleiden, noch Duschen.

Ich erzähle Tara, dass der Kontakt im Vorfeld wirklich überaus sympathisch und smart war und dass ich es aus diesem Grund gerne durchziehen würde. Sie nickt tapfer. Und dann schlüpfen wir auf der Toilette in unsere Bikinis, wickeln uns in große Handtücher und schlappen mitsamt unseres Gepäcks Richtung Pool Area. Man weist uns einen Pool zu, wir klettern rein und stellen umgehend fest, dass 40°C warmes Wasser bei den aktuellen Außentemperaturen eine ziemlich gute Idee ist.

Unsere Skepsis verfliegt schlagartig, denn im Pool ist es sehr viel angenehmer als außerhalb des Pools. Wir finden den Blubberknopf und sind ganz schön froh, doch hergekommen zu sein und uns trotz dieser eisigen Temperaturen ausgezogen zu haben:

Sensationellerweise haben wir für den Rest des Abends einen ganzen Pool nur für uns. Normalerweise passen da bis zu 6 Leute rein. Falls ihr das nachmachen wollt, würde ich euch unbedingt zu einem Private Pool raten, den ihr nicht mit fremden Menschen teilen müsst. Das ist dann logischerweise zwar teurer, aber unter’m Strich eine sehr viel entspanntere Angelegenheit.  4 Leute in einem Pool gehen sicherlich auch noch klar, wenn man sich kennt und mag. Aber zu sechst mit fremden Menschen über 3 Stunden auf so engem Raum kann meiner Meinung nach schon nach hinten losgehen. Körperkontakt lässt sich in so einem vollen Pool nämlich nicht wirklich vermeiden. Das solltet ihr also unbedingt beachten, bevor ihr euch ein Ticket besorgt!

Ein Einzelplatz im 6-er Pool kostete in Berlin 35€ pro Köpfchen. Die Preise variieren aber von Stadt zu Stadt. Wenn ihr einen Pool zu zweit nutzt, beläuft sich der ganze Spaß kostenmäßig demzufolge auf etwa 100€ pro Person. Wenn man im Kopf mal die Kosten für Wasser, Strom, Locationmiete usw. überschlägt, wird man zu dem Ergebnis kommen, dass der Ticketpreis nicht wahnsinnig überzogen ist. Das ist halt schon eine eher aufwendige Angelegenheit. Wir fühlen uns auf jeden Fall sehr wohl in unserem Private Pool und dann beginnt auch schon der Film. Heute läuft „Ziemlich beste Freunde“.

Das einzige, was uns stört, ist die Tatsache, dass in den umliegenden Pools geraucht wird. Als Nichtraucher nicht ganz so cool. Aber hey, es handelt sich hier ja um eine Premiere. Vielleicht wird das ja bei den folgenden Veranstaltungen nochmal geändert. Die Atmosphäre ist auf jeden Fall ziemlich toll:

Wir staunen, dass unser Kreislauf den 40°C über Stunden standhält. Wann immer es kritisch wird, empfiehlt es sich, mit dem Oberkörper mal soweit aus dem Wasser aufzutauchen, dass das Herz sich oberhalb der Wasseroberfläche befindet. Darüberhinaus ist es wichtig, auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr zu achten, da man ja doch kontinuierlich schwitzt. Wir setzen auf Saftschorle.  Und so sieht das dann aus, wenn es langsam immer dunkler wird:

Whirlpool Cinema Open Air Haubentaucher

Whirlpool Cinema Open Air Haubentaucher Berlin

Whirlpool Cinema Open Air Premiere im Haubentaucher Berlin

Ich war mir im Vorfeld nicht sicher, welche Zielgruppe durch dieses Event angesprochen werden soll. Rückwirkend würde ich mal behaupten, dass die Mehrheit der Anwesenden einfach dort war, um entspannt im Whirlpool abzuhängen und einen Film anzuschauen. Allerdings gab es auch 2 Pools mit Party People, die ungünstigerweise ziemlich mittig vor der Leinwand positioniert waren. Jeder, der hier teilnimmt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass man deutlich schneller betrunken ist, wenn man im 40°C warmen Wasser sitzt.

Da auch Alkohol ausgeschenkt wurde, ging es in besagten beiden Pools im Laufe des Abends doch zunehmend betrunkener und lautstärker zu (was sicherlich nicht nur Tara und mich genervt hat). Das könnte man vielleicht irgendwie in den Griff bekommen, indem man nur an der Poolbar, nicht aber im Whirlpoolbereich selbst Alkohol ausschenkt. Aber nochmal: Hey, Premiere.

Unter’m Strich hatten wir einen wirklich entspannten Abend bei einem guten Film. Als wir nach 3 Stunden aus dem Pool klettern, uns abtrocknen und wieder in unsere warmen Sachen schlüpfen, fühlen wir uns ordentlich durchgekocht und ein bisschen matschig im Kopf. Ein bisschen so wie nach einem Saunamarathon. Und dementsprechend tief und fest schlafen wir auch in der folgenden Nacht.

In Berlin gab es leider nur die 4 Veranstaltungen in der vergangenen Woche, aber wer in Frankfurt, Köln oder München lebt, kann das in diesem Sommer noch ausprobieren.

Viel Spaß!

Jenny

Ich wurde zum Whirlpool Cinema Open Air eingeladen. Diese Tatsache hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Empfehlung. Ich schreibe nur über Sachen, die mich überzeugt haben – ganz unabhängig davon, ob ich selbst dafür bezahlt habe oder eingeladen wurde. Was mich nicht überzeugt, taucht nirgendwo auf.