Guter Nagellack, böser Nagellack?

Lasst uns heute mal über Nagellacke und Inhaltsstoffe reden. Das ist ja ein immer größeres Thema und viele steigen höchstwahrscheinlich nicht mehr durch, wenn die Rede von „3 free“ oder „5 free“ ist.

Der heutige Post bezieht sich allerdings lediglich auf meine Lieblingsbrands. Natürlich gibt es darüberhinaus auch noch viele andere Linien. Weil ich aber der größte Fan von koralligem Lack bin, dachte ich, wir rollen das Feld einfach mal anhand der koralligen Optionen meines Nagellackbestandes auf.

Bevor wir aber loslegen, sollten wir uns nochmal in’s Gedächtnis rufen, dass wir hier über Lack reden. Und ein Lack ist ja im Prinzip nie eine natürliche Angelegenheit. Lack und „100% organic“ passen in meiner Welt nicht wirklich zusammen. Dementsprechend kritisch bin ich immer, wenn eine Linie sowas propagiert. Der gesunde Menschenverstand sollte einem ja bereits suggerieren, dass unlackierte Nägel immer besser und gesünder sind als lackierte Nägel.

Aber was genau bedeutet „3 free“, „4 free“ und „5 free“?

„3 free“-Lacke sind frei von Formaldehyden (toxisch), Phthalaten (Weichmacher) und Toluol (Lösungsmittel). Von „5 free“ spricht man für gewöhnlich, wenn der Lack darüberhinaus auch keine Formaldehyd Harze (siehe Formaldehyd) und Kampfer (in hoher Dosierung wohl auch toxisch) enthält. Wenn 4 dieser Stoffe nicht enthalten sind, bezeichnet man den Lack als „4 free“.

Schauen wir uns also die Lacke vom Bild mal etwas genauer an (von links nach rechts):

Kure Bazaar – Gypsy „4 free“

Das sagt der Hersteller zu den Inhaltsstoffen:

„Up to 85% natural – No Formaldehyde – No Dibutyl Phthalate – No Synthetic Camphor – No Toluoene“

(-> Quelle)

treat collection – Popsicle – „5 free“

Das sagt der Hersteller zu den Inhaltsstoffen:

„NONTOXIC COLORS. Treat Collection polishes are “5-free” – this means they deliberately abstain from commonly used risky ingredients […] We say NO to: FormaldehydE […] FormaldehydE RESIN […] ToluoENE […] DBP (Dibutyl phthalatE) […] CAMPHOR“

(-> Quelle – edit: Link entfernt, da Seite verschwunden)

uslu airlines – ACH – „5 free“

Das sagt der Hersteller zu den Inhaltsstoffen:

„We are 5-free!!! Many nail polishes out there contain some pretty nasty poisons, some are 3-free, others even 4-free. Both is good, but we are better: uslu airlines nail polishes are 5-free. That means no Formaldehyde, no Dibutyl Phthalate, no Toluene, no Formaldehyde Resin and no Camphor.“

(-> Quelle – edit 2018: Link entfernt, weil Quelle verschwunden)

SpaRitual – Love & Happiness – „5 free“

Das sagt der Hersteller zu den Inhaltsstoffen:

„SpaRitual nail lacquers are vegan and free of DBP, toluene, camphor, formaldehyde and formaldehyde resin.“

(-> Quelle)

essie – Peach Daiquiri – „3 free“

Hier sagt der Hersteller irgendwie nichts zu den Inhaltsstoffen.

Zu essie finden sich auf der Homepage leider keine Angaben zu den Inhaltsstoffen der Lacke. Ich habe bei der Recherche aber immer wieder Lacke gefunden, die sowohl Formaldehyde Resin, als auch Kampfer enthalten. Daher darf man wohl davon ausgehen, dass sie „3 free“ sind.

Ich muss zugeben, dass ich mir bis zu diesem Post nie so wirklich Gedanken über die Inhaltsstoffe in meinen Nagellacken gemacht habe. Ich dachte auch immer, Kure Bazaar sei „5 free“ und uslu airlines „3 free“. Von den Lacken oben hält uslu airlines bei mir am besten. Dann kommt essie, dann SpaRitual, dann treat collection und last but not least Kure Bazaar.

Fazit: Man darf davon ausgehen, dass Nägel sich über Nagellack grundsätzlich eher nicht so freuen. Höchstwahrscheinlich geht aber auch die Welt nicht unter, wenn man immer mal wieder welchen benutzt. Für die Zeit zwischen 2 Anstrichen mag ich das Nagelöl von Susanne Kaufmann oder den Neem Nagelölstift von Dr. Hauschka sehr gerne.

Zukünftig werde ich wohl nur noch zu uslu airlines, treat collection und SpaRitual greifen. Zumal die Farben ziemlich identisch sind.

Jenny

Ich habe die Lacke zum Teil selbst gekauft, zum Teil wurden sie mir aber auch kostenfrei zur Verfügung gestellt. Aber das hat alles (wie immer) keinerlei Einfluss auf meine Empfehlung. Ich schreibe nur über Produkte, die mich überzeugt haben – ganz unabhängig davon, ob ich sie selbst gekauft habe oder ob sie mir kostenfrei zur Verfügung gestellt wurden. Was mich nicht überzeugt, taucht nirgendwo auf.