Die hohe Kunst der Wellness- und Spa- Fotografie!

Fotos zu machen, die ein Spa oder ein Treatment authentisch bewerben, scheint für Fotografen eine besonders große Herausforderung darzustellen. Ich könnte jedes Mal mit meinem Kopf auf die Tischplatte schlagen, wenn ich Fotomaterial zukaufen möchte, denn das Angebot an guten Bildern ist…überschaubar. Ich möchte mich heute mal über die 5 Klassiker auslassen:

 

Schwedische Massage1. Lange und künstliche Nägel

Links seht ihr ein authentisches Beispiel für ein Massage-Foto. Ich musste allerdings ziemlich lange suchen.

99% der Treatment-Bilder zeigen Behandlerinnen mit langen, oft auch künstlichen Nägeln.

Glaubt ihr mir nicht?

123. Hilfe!

 

2. Unbequeme Kopfposition

Es scheint eine Grundvorraussetzung für Fotos dieser Art zu sein, dass der Kopf zur Seite gedreht oder wahlweise überstreckt mit Kinn auf Händen oder Handtüchern abgelegt wird. Der Sinn dahinter erschliesst sich mir nicht wirklich, da so ja viel mehr das Gesicht der betreffenden Person im Fokus steht und nicht das Treatment, das Spa oder das Gefühl, das beworben werden soll!?

Aber schaut selbst: 12345

 

Hot Stone Massage3. Hot Stone Massagen

Das beliebteste Fotomotiv im Bereich „Wellness & Spa“ sind ganz klar Basaltsteine. Und hier sind der Absurdität keine Grenzen gesetzt. Der Kopf ist immer unbequem zur Seite gedreht, die obligatorische Blüte hinter’m Ohr darf auf keinen Fall fehlen und je mehr Deko-Kitsch um die liegende Person herum drapiert wird, umso besser. Bei einer Hot Stone Massage in der Realität wird mit Steinen massiert. Fotos von Hot Stone Massagen hingegen suggerieren zu 99,9%, dass die Steine einfach nur auf dem Rücken liegen:

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4. Treatments im Couple Room

Hier reichen die Absurditäten von Händchenhalten bis hin zu Prosecco am Kopfteil, selbstverständlich häufig auch in Kombination mit Klassikern wie Blüten hinter’m Ohr und Steinen auf dem Rücken. Eine unbequeme Kopfposition scheint aber auch hier immer Grundvorraussetzung zu sein. Dieses Foto finde ich mit am sonderbarsten. Aber es ist nicht alleine:

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Deep Tissue Massage5. Hände, die einfach nur auf der Haut liegen

Man erkennt meistens sofort, dass es sich bei den fotografierten Händen um ein Handmodel handelt und nicht um Hände, die wirklich massieren. Links ein authentisches Bild.

Und hier drei Gegenbeispiele: 123.

Superfail!

 

Ihr merkt schon, wenn man ein Foto sucht, auf dem keine Blume hinter’m Ohr klemmt, der Kopf ganz normal nach unten gedreht im Kopfteil ruht und die Behandlerin kurze Nägel hat, dann kann das ein bisschen Zeit und starke Nerven kosten. Es macht mich ziemlich traurig, welches tussige und künstliche Bild der Branche dem Außenstehenden mit dieser Art von Fotos vermittelt wird.

Hier bietet sich also ein Feld, das fotografisch unbedingt schnellstmöglich erschlossen werden will.

Noch ein Knaller-Video zum Abschluss!

Oh my…

Jenny