Mother Earth Project Vollmondtrommeln

Vollmondtrommeln bei Padma Yoga BerlinHerzlich Willkommen in der „Let’s get spiritual„-Kategorie! Vorweg möchte ich ein paar Worte zu dieser neuen Kategorie verlieren. Ich bin kein sonderlich esoterischer Mensch (ich habe einen schulmedizinischen Beruf), aber es gibt Themen wie beispielsweise Meditation oder Reiki, die mich interessieren und bisher in keine der vorhandenen Kategorien passten. Da der Post über das Gongklangbad so gut ankam, dachte ich mir, es wäre vielleicht ganz cool, ab und an mehr in dieser Richtung auszuprobieren. Und deshalb war ich beim Vollmondtrommeln.

Das Vollmondtrommeln wird veranstaltet von Marius vom Mother Earth Project und findet einmal monatlich bei Padma Yoga in der Kastanienallee statt. Als ich im Vorfeld mit Freunden darüber sprach, dass ich in Betracht ziehe, das mal auszuprobieren, um darüber zu schreiben, war der eine oder die andere extrem neugierig und so kam es, dass ich nicht alleine dort war, sondern von 3 Freunden begleitet wurde. Also: Vollmondtrommeln starring Tara, Daniel & Jörg!

Wir haben uns vor dem Trommeln zum Essen verabredet und uns dann gemeinsam auf den Weg zu Padma Yoga gemacht. Offizieller Beginn ist 21:30 Uhr, aber es macht Sinn, 10 Minuten früher da zu sein. Wer mittrommeln will, muss sich vorab anmelden, damit Marius dafür sorgen kann, dass aureichend Trommeln am Start sind. Wir kommen also an und ziehen uns um. Bequeme Klamotten, in denen ihr euch gut bewegen könnt, machen auf jeden Fall Sinn!

Ihr müsst eure Phantasie heute ganz besonders bemühen, denn während des Trommelns war es dunkel und ich konnte keine Fotos machen!

Schon bevor es losgeht, räuchert Marius was das Zeug hält. Er zündelt mit weißem Salbei und mit einem ganz besondern Harz aus Mexiko (oder war es Nepal?) Egal, auf jeden Fall: Rauch. Viel Rauch. Dann nehmen alle im Kreis auf zusammengefalteten Decken am Boden Platz und Marius erzählt ein bisschen was. Das macht ihm Spaß. Er erklärt uns, dass die Trommeln aus Nepal kommen, wie man sie halten muss und dass sie nach einem ganz bestimmten Prinzip „aufgeweckt“ werden müssen, bevor wir loslegen. In meiner Vorstellung waren die Trommeln irgendwie handlicher. Wir halten mit der linken Hand die Trommel an diesem „Stiel“ und schlagen mit so einer Art gebogenem Ast(!?) die Trommel von vorne an, also zu uns hin. Die Trommeln werden verteilt und das Licht gelöscht. Ab sofort nur noch Kerzen und glimmende Räucherkohle.

Nun sollen wir die Trommeln aufwecken, allerdings bin ich mir nicht mehr ganz so sicher, ob ich das so handhabe, wie Marius es im Hellen demonstriert hat. Zum Nachbarn schielen ist nicht, weil dunkel. Aber egal, es geht los! Wir sitzen am Boden und fangen an zu Trommeln. In den ersten 2 Minuten halb so wild. Dann merke ich allerdings, dass das doch ziemlich anstrengend ist und reduziere die Anschläge. Ich trommle also langsamer und nur noch bei jedem zweiten Schlag und als ich bemerke, dass Tara rechts von mir im gleichen Tempo trommelt, muss ich laut lachen. Das hört im Übrigen niemand, denn es ist nicht nur dunkel, sondern auch ziemlich laut.

In der ersten Sequenz trommeln wir sitzend. Zur zweiten Sequenz stehen wir auf und können uns frei bewegen. Springen, Tanzen, Hüpfen oder einfach nur auf der Stelle stehen bleiben – voll egal. Die Dunkelheit erleichtert das ungezwungene Bewegen ungemein. In dieser Sequenz trommelt auch jeder seinen eigenen Rhythmus. Es darf auch gesungen oder geschrien werden. Es ist so laut, dass das sowieso niemand hört. Ich muss zugeben, diese Sequenz gefällt mir. Es ist laut und macht riesig Spaß. Wo sonst kann man wild rumspringen, Krach machen und schreien, ohne dass gleich irgendwer die Polizei ruft? Außerdem mag ich den Klang meiner Trommel. So unhandlich das Ding auch in der Hand liegt – der Klang ist der Hit.

Irgendwann endet aber auch diese Sequenz und wir finden uns nochmal im Kreis sitzend zusammen. Und Marius räuchert als ob es kein Morgen gäbe. Wir trommeln eine dritte Sequenz im Sitzen. Die ist jetzt ein wenig softer und wer mag, kann Singen oder Summen. Dann packen wir unsere Trommeln zur Seite, legen uns auf den Rücken und Marius leitet eine getrommelte Meditation an. Das gefällt mir ziemlich gut. Das monotone Anschlagen der Trommel parallel zu seinen Worten hat was ungemein Beruhigendes.

Abschliessend nehmen wir dann nochmal im Kreis sitzend Platz und Marius fragt jeden von uns, wie es uns nun geht. Ich bin extrem müde, aber nicht erschöpft-müde, sondern wohlig-müde. Es war schon anstrengend, aber irgendwie auch…befreiend!? Und die Zeit ist unglaublich schnell vergangen, denn plötzlich ist Mitternacht!

Es kann gut sein, dass besonders spirituelle Menschen bei meiner Beschreibung dieser Veranstaltung nun müde lächeln und mir gerne mitleidig den Kopf tätscheln würden. Fakt ist: Ich war nicht wirklich in anderen Sphären. Es hat auch nicht mein Leben verändert, aber es hat riesig Spaß gemacht. Und Spaß ist immer gut. Kostenpunkt ist im Übrigen 25€ (Stand: Mai 2014). Also: Wenn euch die Vorstellung eines dunklen Raumes und lauter Trommelklänge anmacht und ihr euch eingehüllt in Räucherschwaden aus mexikanischem Harz und weißem Salbei so richtig wohlfühlt, dann nichts wie auf zu Padma Yoga!

Der nächste Vollmond ist am 13. Juni!

Jenny

Ich wurde von Marius eingeladen. Diese Tatsache hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine Empfehlung. Ich schreibe nur über Dinge, die mich überzeugt haben – ganz unabhängig davon, ob ich selbst dafür bezahlt habe oder eingeladen wurde. Was mich nicht überzeugt, taucht nirgendwo auf.