Tags

(1) (1) (1) (1) (1) (1) (5) (6) (13) (10) (13) (2) (27) (1) (8) (5) (2) (4) (4) (3) (1) (27) (29) (18) (41) (41) (85) (12) (11) (62) (4) (10) (5) (5) (4) (24) (18) (4) (3) (8) (4) (8) (72) (4) (25) (4) (10) (5) (9) (6) (10) (9) (7) (5) (3) (5) (20) (3) (37) (17) (3) (52) (5) (46) (7) (10) (15) (7) (15) (6) (3) (7) (12) (6) (13) (2) (12) (4) (5) (6) (8) (6) (36) (1) (6) (1) (9) (7) (20) (9) (11) (5) (23) (16) (3) (4) (3) (7) (3) (9) (7) (7) (8) (4) (4) (4) (2) (25) (6) (6) (17) (2) (2) (31) (1) (37) (8) (3) (10) (4) (28) (1) (4) (4) (4) (40) (1) (16) (8) (8) (19) (3) (7) (1) (4) (7) (4) (6) (79) (1) (23) (28) (5) (18) (16) (22) (9) (6) (28) (16)

Digital Detox? Das Handy im Spa.

25/04/2014

Digital Detox - Das Handy im Spa„Digital Detox“ ist ein Begriff, der einem immer häufiger um die Ohren fliegt. Entspannung durch Entkoppelung aller mobilen Endgeräte. Im Spa, im ganzen Hotel oder gar für die gesamte Dauer eines Urlaubs.

Es gibt aus diesem Grund immer mehr Hotels, die „Digital Detox“-Angebotspackages schnüren und so versuchen, Gäste anzulocken, indem sie ihnen den Zugang zum World Wide Web unterbinden. Ich persönlich finde diese Herangehensweise ein bisschen befremdlich, aber das ist natürlich Typ- und Geschmackssache.

Ich bin sehr connected mit meinem Mobiltelefon, da ich mit Rufbereitschaften arbeite und mich im Falle einer Buchung sofort auf den Weg machen muss, wenn ein Anruf kommt. Das ist ein nicht zu unterschätzender Stressfaktor, aber gehört zu dieser Art der Tätigkeit nunmal dazu. Umso mehr freue ich mich, wenn ich mein Handy an einem freien Tag einfach mal ausschalten kann und für nichts und niemanden erreichbar bin.

Wenn ich ein Spa ausprobiere, um ggf. darüber zu schreiben, ist mein Handy immer mit dabei, um die diversen Social Media-Kanäle zu bedienen. Bevor es diesen Blog gab, wäre es mir allerdings nie in den Sinn gekommen, mein Handy im Spa mit mir rumzutragen und es nicht im Locker einzuschliessen. Dennoch achte ich immer darauf, dass es für die Dauer meines Aufenthaltes weder klingelt, noch vibriert. Es gibt nichts schlimmeres als nervige Klingeltöne oder einen immer wiederkehrenden Vibrationsalarm während einer Behandlung. Leider handhaben meine Gäste das fast durchweg anders.

Erst kürzlich hatte ich einen Gast, der gleich mit zwei Iphones zur Behandlung kam. Er bestand in der Bauchlage darauf, dass ich ihm den Rollhocker unter’s Kopfteil schiebe, damit er beide Geräte dort ablegen konnte. Mit direktem Blickkontakt durch das Kopfteil auf beide Iphones aber nicht genug – er war mit beiden Händen synchron am Texten, während ich den Rücken massieren sollte. Diese Situation war also nicht nur durchweg absurd, sondern auch alles andere als zielführend („I have a lot of tension in my neck and shoulders“).

Vor nur wenigen Tagen hatte ich eine Lady zur Lomi. Ich kenne kein Treatment, das tiefer geht und mehr berührt. Stellt euch also einen Raum mit gedimmtem Licht vor, hawaiianischer Musik und exotisch duftendem Öl. Plötzlich klingelt ihr Handy und ich zucke voll zusammen. Sie schiesst hoch aus der Rückenlage, ist augenblicklich zu 100% da und sagt „Can you give me my mobile?“ – Sure.

Diese und ähnliche Situationen wiederholen sich beständig. Einen Gast, der 90 Minuten Aromaölmassage gebucht hatte, wies ich am Ende der Behandlung darauf hin, dass er ruhig noch ein paar Minuten liegen bleiben könne. Aber auch er schoss augenblicklich hoch in den Sitz und antwortete nur „Nein, das geht nicht, ich bin im Stress.“ Ich muss ihn daraufhin ziemlich fassungslos angestarrt haben, denn er hat sich sofort entschuldigt und beteuert, dass die Behandlung „wirklich sehr gut“ war.

In Anbetracht all dieser Erfahrungen in meinem Berufsalltag kann ich also durchaus nachvollziehen, warum es mittlerweile Hotels mit Digital Detox-Packages gibt, die ihren Gästen kategorisch den Zugang zum World Wide Web verweigern. Allerdings heisst das Problem hier meiner Meinung nach weder Smartphone, noch Facebook oder Internet. Ich finde, dass das alles sehr großartige Erfindungen sind und dass es in der Macht eines jeden Einzelnen liegt, verantwortungsbewusst damit umzugehen.

Fazit: Ich würde mir wünschen, dass die Leute wenigstens während des Treatments Klingelton und Vibrationsalarm ausschalten und ich wage stark zu bezweifeln, ob ein Wochenende mit Digital Detox-Package einem dabei hilft, zukünftig öfter mal „abzuschalten“ im doppelten Sinn. Ich halte nicht viel von kategorischen Verboten. Kleiner Appell also an die Selbstverantwortung eines jeden Einzelnen.

Jenny

1 Kommentar

Kommentar von Sabrina am 28/04/2014 bei 14:43   

Hey Jenny, wie absurd... Ich würde im Leben nicht auf die Idee kommen, bei einem Treatment mein Handy bei mir haben zu wollen. Ich will mich doch entspannen. Dein Bericht hat mir noch mal deutlich gemacht, wie wichtig das für mich ist. Schon beim Lesen der Lomi-Massage-Kundin-Passage bin ich zusammengezuckt, als ich das Mobiltelefon quasi klingeln hörte. Das muss auch für Dich total nervig sein. Besten Gruß Sabrina

kommentieren

(*) Erforderlich

/*=========FACEBOOK======*/ /*===========FB=====*/