Ayurveda – Panchakarma

Was ist ein PanchakarmaDiese Woche dreht sich hier auf dem Blog alles um’s ayurvedische Entgiften. Dies geschieht üblicherweise im Rahmen einer Panchakarma Kur (oft auch Ayurveda-Kur genannt). Wenn ihr die bisherigen Ayurveda-Posts noch nicht gelesen habt, könnt ihr das vorab nochmal tun, indem ihr einfach oben auf die Ayurveda-Kategorie klickt!

„Pancha“ bedeutet „fünf“ und „Karma“ bedeutet soviel wie „Therapien“ oder „Vorgänge“. Der Begriff „Panchakarma“ bezeichnet also fünf Ausleitungstechniken:

1. Darmentleerung
2. Öl- bzw. Kräutereinläufe
3. Reinigung von Nasengängen und Nebenhöhlen
4. Ausscheidung der Giftstoffe über die Poren durch Schwitzen
5. therapeutisches Erbrechen

Das mag jetzt zugegebenermaßen erstmal nicht ganz so ansprechend klingen. Diese fünf Techniken können jedoch lediglich, müssen aber nicht allesamt im Rahmen einer Panchakarma Kur zum Einsatz kommen.

Ein Panchakarma dauert zwischen 2 und 10 Wochen und ist das effizienteste, was Ayurveda so zu bieten hat. Es besteht klassischerweise aus 3 unterschiedlichen Phasen:

Die erste Phase dient der Vorbehandlung. Man nennt sie auch Purvakarma. Das Lösen der im Körper abgelagerten Umweltgifte sowie körpereigener Stoffwechseltoxine geschieht normalerweise durch Ölmassagen von außen und das Trinken von warmem Ghee (geklärter Butter) auf nüchternen Magen von innen. Ersteres gestaltet sich ganz angenehm, letzteres eher nicht so. Sind die Gifte und Schlacken im Körper gelöst, wird man auf die Phase der Ausleitung vorbereitet. Hierzu wird man zum Beispiel am ganzen Körper synchron mit warmem Öl aus kleinen Kännchen übergossen. So wird der Transport der Gifte und Schlacken Richtung Darm unterstützt.

Nun beginnt die eigentliche Panchakarma-Phase. „Purgation Day“, der Showdown einer jeden Panchakarma Kur. An diesem Tag gibt es anstelle des Frühstücks eine Tablette (oder wahlweise auch Kräuter zum Zerkauen). Beides führt auf jeden Fall dazu, dass man sich durchfallartig all‘ der bösen Stoffe entledigt, die zuvor gelöst und Richtung Darm transportiert wurden. Am „Purgation Day“ ist man sehr schwach.

Sogar die Arztkonsultation findet auf dem Zimmer statt. Essen darf man maximal ein bisschen Reisschleim, der minimal gesalzen schmeckt. Neben dem Abführen können in dieser Phase auch die anderen vier der oben genannten fünf Ausleitungstechniken zum Einsatz kommen.

In der dritten und letzten Phase, auch Paschatkarma genannt, wird der Körper wieder gestärkt und das neu erworbene Gleichgewicht stabilisiert. Hierbei handelt es sich zweifelsohne um die angenehmste der drei Phasen.

Begleitend während der gesamten Panchakarma Kur nimmt man speziell auf das eigene Dosha abgestimmte Medikamente ein. Pillen in allen Farben, Größen und Formen, Pulver, Saft…hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Außerdem findet täglich eine Arztkonsultation statt.

Soviel erstmal zur Panchakarma-Theorie. In den nächsten beiden Posts wird’s dann etwas weniger theoretisch und ich berichte euch von meinen beiden Ayurvedakuren in Sri Lanka und Indien!

Jenny