Lomi Lomi Nui – Hawaiianische Massage

Heute möchte ich über Lomi Lomi Nui, die hawaiianische Tempelmassage, schreiben. Diese ganzheitliche Massageform hat vor einigen Jahren den Weg von Hawaii aus in die deutschen Spas gefunden. Und ich finde: Lomi ist das einzigartigste Treatment, das ich selbst gebe.

Das Wort „Lomi“ heisst übersetzt „drücken / reiben / kneten“. Die Wiederholung bzw. Verdoppelung dieses Wortes soll dessen Bedeutung verstärken. Nui bedeutet „einzigartig / groß / wichtig“.

Dort, wo Lomi herkommt, wird sie vor allem dann gegeben, wenn ein Lebensabschnitt zuende geht und ein neuer beginnt. Das kann zum Beispiel eine Hochzeit sein, eine Trennung, eine berufliche Veränderung, ein Umzug – im Prinzip also jegliche Art von Veränderung, Umbruch und Neubeginn.  Sie soll damit den Menschen auf den Neuanfang vorbereiten und ihn von den alten Lasten der Vergangheit befreien.Traditionell dauert so eine Lomi dann eine ganze Nacht – in unseren Spas in der Regel 90 Minuten.

Hierzu meine erste Anmerkung: eine Lomi ist eine ganzheitliche Anwendung. Es macht nur wenig Sinn, einen auf 60 Minuten runtergebrochenen Auszug dessen zu buchen. Ich empfehle mindestens 90 Minuten!

Man arbeitet hier mit Öl. Viel Öl (nicht ganz so viel Öl wie bei bei einer Abhyanga, aber schon ziemlich viel Öl). In den meisten Fällen verwendet man eine Kombination aus Kokos- und Sesamöl.

Aus diesem Grund meine zweite Anmerkung: wenn ihr eine Lomi bucht, stellt euch auf Öl in den Haaren und auch im Gesicht ein.

Bei einer Lomi liegt ihr nicht auf Handtüchern oder Laken, sondern auf einem eingeölten Bezug der Behandlungsliege. Was auf Anhieb ein wenig glitschig anmuten mag, macht jedoch durchaus Sinn, denn so kann der Behandler auch unter dem Körper arbeiten. Und unter anderem dadurch zeichnet sich eine Lomi aus.

Bevor eine Lomi beginnt, spricht der Behandler traditionellerweise ein hawaiianisches Heilungsgebet. Falls euch das passiert, solltet ihr euch also nicht wundern. Das muss so. Eine Lomi wird in der Regel begleitet von hawaiianischer Musik.

Der Unterschied zu anderen Massagen besteht darin, dass der Behandler viel unter dem Körper arbeitet. Außerdem arbeitet er nicht nur mit den Händen, sondern mit den ganzen Armen. Die einzelnen Griffe werden durchaus mit Druck ausgeführt, dieser ist – im Gegensatz zu Thai oder Shiatsu – jedoch viel flächiger und fliessender! Die ganze Behandlung ist sehr fliessend. Es gibt auch einige Wiege- und Schaukelgriffe. Bei einer Lomi werden eure Arme und Beine auch immer mal wieder durch den Behandler bewegt. Hier gilt: Einfach locker lassen und nicht „helfen“ oder mitmachen!

Meine dritte und finale Anmerkung: eine gute Lomi berührt das Herz. Sie wirkt also nicht nur auf den Körper, sondern gleichermaßen auch auf Geist und Seele. Es kann also durchaus sein, dass sich Dinge im emotionalen Bereich lösen. Dass ihr Tränen in den Augen habt danach oder sogar weinen müsst. Das sollte einem keine Angst machen. Es kann einfach dazugehören und sollte meiner Meinung nach vorab unbedingt erwähnt werden. Bringt deshalb immer Zeit mit, wenn ihr eine Lomi bucht. Nehmt euch danach mindestens noch 1-2 Stunden zum Nachruhen.

Ich finde ja, jeder sollte mal eine Lomi ausprobiert haben, weil es wirklich eine sehr besondere Behandlung ist. Traut euch!

Jenny